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28.10.2014

Geldersheim ist Golddorf!


 

Geldersheim ist offiziell Golddorf

Regierungspräsident zeichnet die Preisträger von „Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" aus

Seit Samstag dürfen sich Geldersheim und Fatschenbrunn offiziell „Golddorf" nennen. Im so genannten „Silberfisch", dem Mittagsbetreuungsgebäude in Haßfurt, zeichnete Regierungspräsident Paul Beinhofer die diesjährigen Preisträger im Bezirksentscheid von „Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" aus. Neben zweimal Gold gab es Silber für Reyersbach, Mönchberg, Mainstockheim, Bronze für Kirchlauter und drei Sonderpreise für besondere Projekte.

Neben den optischen Qualitäten eines Dorfes, zählen mittlerweile im Wettbewerb zunehmend die „inneren Werte", so Regierungspräsident Paul Beinhofer. Die Dorfgemeinschaft, Soziale Initiativen, Bemühungen um Integration, Barrierefreiheit, Energiewende, all das seien Kriterien, die aber auch besondere Kompetenz von der Jury erforderte. Zum 25. Mal lief der Wettbewerb in diesem Jahr, organisiert vom Gartenbauzentrum Nord mit seinem Leiter Martin Bach und der Jury-Vorsitzenden Christine Bender.

Beinhofer lobte das hohe Maß an bürgerschaftlichem Engagement, das alle am Wettbewerb teilnehmenden Dörfer bewiesen, aber auch das Geschick der Gemeinderäte und Bürgermeister, öffentliche Mittel für die Entwicklung ihrer Dörfer umzusetzen.

Wie wichtig dieses Engagement ist, unterstrich auch Landrat Wilhelm Schneider. Der Landkreis Haßberge sei stolz auf die vielen Dörfer, die sich schon am Wettbewerb beteiligten. „Wir leben diesen Wettbewerb" erklärte er in seinem Grußwort. Um sich für die Zukunft gut aufzustellen, laufen derzeit in 32 Orten Dorferneuerungsverfahren - immer mit hohem Engagement der Bevölkerung. Das sei auch dringend nötig, denn der demographische Wandel werde vor allem die Haßberge und den Steigerwald treffen.

Vor allem das Dorf selbst habe durch den Wettbewerb gewonnen, so Oberaurachs Bürgermeister Thomas Sechser über das Golddorf Fatschenbrunn. Denn viele Ideen und Visionen seien entstanden, die jetzt Zug um Zug umgesetzt werden sollen. In kurzen Präsentationen wurden die Preisträger vorgestellt.

Gold für Geldersheim: Im nördlichen Landkreis Schweinfurt pflegen die Geldersheimer Brauch und Tracht, wie sie auch bei der Umrahmung des Festnachmittags am Samstag zeigten. Eine ehemalige Kaiserpfalz mit mächtiger Kirchenburganlage, Dorfplatz, Rathaus und die Überreste einer Dorfbefestigung werden mit viel Liebe und Engagement gepflegt. Auch hier steigen die Einwohnerzahlen, was den Wohnwert belegt. Jung und alt arbeiten hier zusammen, übernehmen gemeinsam Verantwortung und pflegen gemeinsam Traditionen wie das Hammel austanzen zur Kirchweih oder die Pflege der Geldersheimer Tracht. „Geldersheim ist ein Dorf, in dem Heimat. Moderne und Tradition lebendig sind", so Jury-Vorsitzende Christine Bender.

Gold für Fatschenbrunn: Als das ärmste Dorf Bayerns machte Fatschenbrunn im Steigerwald in den 60 Jahren überregionale Schlagzeilen in der Presse. Heute gibt es hier junge Familien, keine Leerstände, eine Dorfgemeinschaft, die ihres gleichen sucht. Auch hier werden Traditionen gepflegt wie die der Hutzeldarren. „Die Fatschis gehen grundbescheiden, aber mit kreativen Ideen und Engagement ihre Aufgaben an und können so auch ungewöhnliche und schwierige Maßnahmen bewältigen", so Bender. Fatschenbrunn und Geldersheim vertreten Unterfranken im nächsten Jahr im Landesentscheid.

Silber für Reyersbach: Im Besengau im Landkreis Rhön-Grabfeld liegt der Ortsteil von Bastheim, wo es gelang, mit einem aktiven kommunalen Flächen-Ressourcen-Management Baulücken zu aktivieren, so dass nun junge Familien mit Kindern in sanierten, alten Anwesen im Ort leben. Die Dorfgemeinschaft entwickelte und pflegt die Grünflächen im Ort, wie das Ehrenamt auch in vielen anderen Aktivitäten hoch gehalten wird.

Silber für Mönchberg: Im Naturpark Spessart liegt der Luftkurort im Landkreis Miltenberg, dessen Einwohnerzahl steigt. Auf 2600 Einwohner kommen 220 Betriebe, die ortsnahe Arbeitsplätze bieten. Ehrenamtliche gestalten die Mittags- und Hausaufgabenbetreuung und erhalten die einzigartige Ortsmauer. Vereine kümmern sich um Kranke, Alte, stellen den Schülerlotsendienst und integrieren Asylbewerber. Den Sonderpreis erhielt der Kultur- und Geschichtsverein Mönchberg-Schmachtenberg für seine wertvolle Arbeit, die in vielen Publikationen und Veranstaltungen, aber auch in der Bewahrung der vielen Bildstöcke bleibende Früchte trägt.

Silber für Mainstockheim: Von der Fähre aus sieht man Mainstockheims schönste Seite. Im Ort, der im Landkreis Kitzingen liegt, erkennt man eine hervorragende soziale Infrastruktur, die die Generationen verbindet. Besonders die Initiative der Schlosseigentümer „Ebracher Hof" wurde hervorgehoben. Es ist heute ein Seniorenheim, verbunden mit einem Generationengarten, in dem Jung und Alt zusammen arbeiten, alte Sorten und Gartenbaukenntnisse erhalten. Dieses Gartenprojekt wurde auch mit dem Sonderpreis des Bezirksverbandes für Gartenbau und Landespflege ausgezeichnet.

Silber für Kirchlauter: Auch Kirchlauter wurde doppelt ausgezeichnet. Als Mittelpunkt der „Heiligen Länder" im Landkreis Haßberge punktete der Ort im Wettbewerb durch das barocke Schloss und den dazugehörigen Park, aber auch durch die Aktivitäten des Obst- und Gartenbauvereins, die Brauchtumspflege und die Jugendinitiative „I have a dream group".

Der Sonderpreis des Bauernverbandes ging an Kirchlauter für den Lehrbienenstand, mit dem Peter Kirchner und Karl Schmitt für die ganze Region Nachwuchs-Imker ausbilden und die Imkerei Kindergartengruppen und Schulklassen näher bringen.

 

Quelle: Mainpost