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03.11.2016

Behindertenbeauftragte


Drei weitere Gemeinden ernennen Behindertenbeauftragte
Der regelmäßige Austausch auf Landkreisebene zum Thema Inklusion und Barrierefreiheit trägt erste Früchte

 

Erneut hat Landrat Florian Töpper zusammen mit Konrad Bonengel, dem Behindertenbeauftragten für den Landkreis Schweinfurt, die gemeindlichen Behindertenbeauftragten sowie Vertreter von Behindertenverbänden zu einem „Runden Tisch" ins Landratsamt eingeladen. Der regelmäßige Austausch trägt erste Früchte: Seit dem letzten Treffen im April 2016 haben inzwischen drei weitere Landkreisgemeinden (Dittelbrunn, Geldersheim, Wipfeld) Behindertenbeauftragte ernannt.

Die Bestellung eines Behindertenbeauftragten ist für Landkreise und kreisfreie Städte eine „Soll"-Vorschrift, den kreisangehörigen Gemeinden ist die konkrete Ausgestaltung des Amtes des Beauftragten selbst überlassen. In Wipfeld hatten sich nach einem Aufruf über das gemeindliche Amtsblatt sogar drei Personen zu diesem Ehrenamt bereit erklärt.

„Das ist eine äußerst erfreuliche Entwicklung. Somit haben inzwischen 14 von insgesamt 29 Kommunen im Landkreis einen Behindertenbeauftragten. Ich kann die übrigen Gemeinde, Städte und Märkte im Landkreis nur ermutigen, diesen zu folgen und ebenfalls kompetente Ansprechpartner für die Belange von Behinderten zu benennen", sagt Landrat Florian Töpper, der beim jüngsten Treffen im Oktober diesmal leider terminlich verhindert war.

Ziel des regelmäßigen Austausches ist es, sich stärker zu vernetzen und gegenseitig Hilfestellung zu geben. Die Umsetzung des Inklusionsgedankens in seinen vielfältigen Facetten wird im Landratsamt sehr ernst genommen und stellt eine breite Querschnittsaufgabe in vielen Abteilungen und Sachgebieten dar. So ist beispielsweise der Landkreis Schweinfurt ein Partner der Lebenshilfe beim Inklusionsprojekt „Eine Region wird aktiv - Arbeit inklusiv".

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass dieser regelmäßige Gedankenaustausch zwischen Vertretern des Landratsamtes, der gemeindlichen Behindertenbeauftragten, Vertretern der offenen Behindertenarbeit, dem Blinden- und Sehbehindertenbund, der Selbsthilfegruppen Körperbehinderter und Hörgeschädigten sowie weiteren Behindertenverbänden wichtig sei. Unter anderem ging es bei dem Treffen auch um das Thema Bauen. Bei neuen öffentlichen Bauvorhaben solle auf Barrierefreiheit geachtet werden. Das betreffe aber nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern auch z.B. die Bedürfnisse von Gehörgeschädigten. Es gilt, Ideen für mehr Barrierefreiheit „in den Köpfen zu entwickeln", so die Teilnehmer der Veranstaltung.

Als Schwerpunktthema wurde durch VdK-Kreisvorsitzenden Winfried Huppmann das diesjährige Motto „Weg mit den Barrieren" vorstellt. Im Mai 2016 fand hierzu in Dittelbrunn eine VdK -Großveranstaltung mit der Bundesbeauftragten für Behinderte, Verena Bentele statt. Die VdK-Kampagne macht sich für eine barrierefreie Gesellschaft stark. Wichtig erachtet der Kreisvorsitzende eine sogenannte „leichte Sprache".

Auch solle nach Aussage des Bayerischen Ministerpräsidenten Bayern bis 2023 barrierefrei sein. Kreisvorsitzender Huppmann verkennt dabei aber nicht die Sachzwänge der Gemeinden, eine Barrierefreiheit könne nur schrittweise umgesetzt werden. Er appellierte an die anwesenden Verbandsmitglieder, sich auch auf Landes- und Bundesebene einzusetzen.

Karin Eberle von der Freiwilligenagentur Gemeinsinn berichtete über das Ergebnis des Workshops „Informations-Abend Freiwilliges Arbeiten und Freiwilligen-Agenturen. Was ist das?", der in der Behindertenwerkstatt in Sennfeld stattfand. Die Rückmeldung der Teilnehmer sei durchweg positiv gewesen und der Wunsch nach einer Wiederholung im kommenden Jahr deutlich geworden. Eberle warb dafür, dass Menschen mit einer Behinderung, die sich engagieren möchten oder Vereine/Organisationen, die Unterstützung bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit benötigen (z.B. Begleitung oder Fahrdienst), sich gerne bei der Freiwilligenagentur Gemeinsinn melden können.